Kunst und Leben
Ich kann nicht sagen, ob es der in ihnen verkörperte Mythos oder die Kunst der Künstler war, was der Natürlichkeit der Bildwerke immer ein Pathos mitgab, wodurch sie mir, ohne daß ich es hätte sagen können, als Gestaltungen einer überlegenen Daseinsform erschienen.
Ja, doch nur auf den ersten Blick, weil die Unterschiede zu groß waren. Kunst und Leben schienen ganz aus-einanderzudriften. Doch in mir selbst habe ich die Spannung der Differenz immer erhalten. In der Kindheit ist sie noch nicht deutlich bewußt. Mühelos gleitet man zwischen Phantasie und Wirklichkeit hin und her. Man ist ein kleiner Junge und im nächsten Augenblick ein Löwe oder ein großer Held. Beim Jugendlichen ist das anders. Realität und Ideal treten in Spannung zueinander. Man muß dann versuchen, die Kluft in Form
von Zukunftsträumen, Lebensentwürfen und Wunschphantasien zu überbrücken, zum Teil diese Dynamik auch ableiten und virtualisieren, indem man sie fiktional auslebt, also spannende Bücher liest oder ins Kino geht.
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